Hier hört meine Arbeit auf – und hier ist ärztliche Hilfe gefragt
Die meisten Praxen schreiben auf, was sie alles können. Diese Seite macht das Gegenteil. Ich halte das für die ehrlichere Auskunft – und für die nützlichere, wenn Sie gerade überlegen, ob eine Behandlung bei mir für Sie das Richtige ist.
Im Notfall gehören Sie nicht in meine Praxis
Knochenbruch, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Blinddarmentzündung, eine schwere Infektion: Das ist Notfallmedizin, und zwar sofort. Da gibt es nichts abzuwägen und nichts zu ergänzen.
Meine Arbeit beginnt in solchen Fällen später – in der Erholungsphase, wenn es darum geht, wieder zu Kräften zu kommen, Schmerzen nicht chronisch werden zu lassen, Spätfolgen abzumildern.
Dasselbe gilt für alles Unklare: unerklärlicher Gewichtsverlust, ein Knoten, der vorher nicht da war, Beschwerden, die sich rasch verschlimmern. Da schicke ich Sie zuerst zur ärztlichen Abklärung. Eine Behandlung, die ein ernstes Bild überdeckt, ist schlimmer als gar keine.
Neben der Schulmedizin, nicht an ihrer Stelle
Es gibt Situationen, in denen die westliche Medizin die Hauptrolle spielt und ich daneben arbeite. Das ist kein Rückzug. Dort entsteht für viele Menschen sogar der grösste Nutzen, weil beide Seiten tun, was sie am besten können.
Während einer Krebstherapie
Operation, Chemotherapie und Bestrahlung gehören in die Onkologie. Den Tumor behandle ich nicht. Was ich versuchen kann, ist die Begleiterscheinungen erträglicher zu machen – Übelkeit, die bleierne Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schmerzen. Am Verlauf der Erkrankung ändert das nichts. An der Zeit dazwischen manchmal schon.
Bei Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen
Die ärztlich verordnete Basistherapie läuft weiter und wird nicht abgesetzt – darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, nicht ich. Ich arbeite daneben an dem, was sich regulieren lässt.
Bei schweren psychischen Belastungen
Eine Depression oder eine akute Krise braucht ärztliche und psychotherapeutische Begleitung als festen Anker. Was ich beitragen kann, ist Ruhe ins Nervensystem bringen, den Schlaf verbessern, Herzrasen und innere Unruhe dämpfen.
Akupunktur ist kein Zauberstab
Drei Erwartungen begegnen mir immer wieder.
Zwei Sitzungen heben nicht zwanzig Jahre auf
Akupunktur stösst einen Regulationsprozess an. Ein Muster, das sich über Jahre eingeschliffen hat, verändert sich nicht in einer Woche. Wer nach der zweiten Sitzung Beschwerdefreiheit erwartet, wird enttäuscht – und hört oft genau dann auf, wenn es zu wirken beginnt.
Die Nadeln machen die Arbeit nicht allein
Wenn Schlaf, Ernährung und Dauerbelastung unverändert bleiben, arbeite ich gegen etwas an, das jeden Tag neu entsteht. Die Behandlung wirkt am besten, wenn sich im Alltag etwas mitbewegt. Das ist keine Schuldzuweisung, sondern der Grund, warum ich nach Ihrem Alltag frage.
Kaputte Strukturen werden nicht wieder heil
Abgeriebener Knorpel wächst nicht nach. Eine Bandscheibe, die einen Nerv dauerhaft schädigt, wird durch Akupunktur nicht heil. Schmerzen lindern und Beweglichkeit verbessern gelingt oft erstaunlich gut. Den Zustand von früher wiederherstellen nicht.
Wenn sich nach sechs Sitzungen nichts bewegt
Meine Faustregel: Bewegt sich nach sechs Sitzungen gar nichts – bei akuten Beschwerden schon nach vier –, wird nicht einfach weiterbehandelt. Dann gibt es drei Möglichkeiten, und ich spreche sie offen an.
Vielleicht stimmt meine Einschätzung nicht
Dann setze ich mich noch einmal hin und beurteile das Muster neu.
Vielleicht sind die Abstände zu gross
Bei einem tief sitzenden Problem alle drei Wochen eine Nadel zu setzen, baut keinen Impuls auf, der trägt.
Vielleicht ist es schlicht nicht mein Fall
Dann sage ich das. Manchmal schicke ich Sie zurück zur ärztlichen Abklärung, weil etwas dahinterstecken könnte, das bisher niemand gesehen hat. Manchmal wechsle ich von der Akupunktur zur chinesischen Kräutermedizin, weil der Körper darauf anders antwortet. Und manchmal beenden wir gemeinsam – das erspart Ihnen Geld und Enttäuschung.
Ein Therapeut, der an einer Behandlung festhält, die nicht wirkt, nützt niemandem ausser sich selbst.
Damit kein falscher Eindruck entsteht
Das alles heisst nicht, dass ich zurückhaltend wäre. Es gibt Beschwerden, bei denen ich nach fünfundzwanzig Jahren sehr genau weiss, was ich erreichen kann – und sie machen den grössten Teil meiner Arbeit aus. Welche das sind, steht unter Praxisschwerpunkte. Einen Überblick über die Grundlagen finden Sie auf der Seite Traditionelle Chinesische Medizin.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Anliegen dazugehört: Rufen Sie an. Ich sage Ihnen ehrlich, ob es sich lohnt – auch wenn die Antwort nein lautet.